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Lektine

Lektine sind Pflanzenproteine, die sich an Zucker auf der Außenseite von Körperzellen binden können. Nahezu alle Pflanzen enthalten Lektine, aber die Konzentration ist höher in Samen, Getreide und Hülsenfrüchten. Für die Pflanze sind Lektine Teil eines Verteidigungssystems gegen Fraß und Infektionen.

Beim Menschen können Lektine in hohen, unverarbeiteten Dosen die Darmwand reizen. Bei normaler Zubereitung, wie Einweichen und gründlichem Kochen, werden Lektine größtenteils abgebaut und die Belastung ist viel geringer.

Relativ viele Lektine finden sich in:

  • Unverarbeitetes oder kaum erhitztes Getreide: Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Reis
  • Hülsenfrüchte: Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Soja, Erdnüsse
  • Bestimmte Nüsse und Samen: unter anderem Cashewnüsse, Erdnüsse
  • Schale und Samen einiger Gemüsesorten: wie Tomate und Paprika

In Laboruntersuchungen wurde beobachtet, dass einige Lektine sich an Fettzellen und Rezeptoren heften und dort Signale geben können, die etwas denen von Insulin ähneln. Das nennt man insulinomimetisch. In diesen Experimenten werden hohe Lektinkonzentrationen verwendet und isolierte Zellkulturen untersucht.

Beim Menschen geht es um ein viel komplexeres System: Darmbarriere, Immunsystem, Hormone, Leber, Muskeln und Fettgewebe arbeiten alle zusammen. Die Übersetzung von Labordaten in die Praxis ist daher begrenzt.

Sind Lektine die Hauptursache für Übergewicht und metabolische Dysfunktion?

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Nein. Übergewicht und metabolische Erkrankungen entstehen fast immer durch eine Kombination von Faktoren:

  • Langfristig mehr Energie aufnehmen als verbraucht wird
  • Viele ultraverarbeitete, energiedichte Lebensmittel
  • Wenig Bewegung und Verlust von Muskelmasse
  • Gestörter Schlaf und chronischer Stress
  • Individuelle Veranlagung und Medikation

Insulin und Insulinresistenz spielen dabei eine zentrale Rolle. Für Lektine ist die Beweislast begrenzt. Es gibt keine großen klinischen Studien, die zeigen, dass spezifisch die Senkung von Lektinen, unabhängig von Energie- und Kohlenhydratrestriktion, an sich zu einer deutlichen Verbesserung von Gewicht und metabolischer Gesundheit führt.

Lektine im Rahmen der therapeutischen Kohlenhydratrestriktion (TKB)

Abschnitt betitelt „Lektine im Rahmen der therapeutischen Kohlenhydratrestriktion (TKB)“

Bei einem kohlenhydratarmen oder ketogenen Ernährungsmuster wird die Gesamtmenge an Kohlenhydraten gesenkt. Dabei verschiebt sich die Ernährung oft automatisch zu weniger Getreide und Hülsenfrüchten und mehr Gemüse, Proteinen und Fetten.

Das hat mehrere Konsequenzen:

  • Die gesamte Kohlenhydrat- und Insulinbelastung sinkt
  • Die Aufnahme lektinreicher Produkte aus Getreide und Hülsenfrüchten nimmt oft ab
  • Der Schwerpunkt verschiebt sich zu unverarbeiteter Nahrung, was günstig für den Stoffwechsel ist

In der Praxis ist es schwierig, genau zu trennen, welcher Teil des Effekts von weniger Kohlenhydraten kommt, welcher Teil von weniger Ultraverarbeitung und welcher Teil von weniger Lektinen.

Der Kern von TKB bleibt: die Senkung der Kohlenhydratbelastung und die Normalisierung der Energieaufnahme innerhalb eines vollwertigen Ernährungsmusters.

Wann kann es sinnvoll sein, Lektine zusätzlich einzuschränken?

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Bei manchen Menschen kann ein zusätzlicher lektinarmer Ansatz sinnvoll sein, insbesondere:

  • Bei bekannter Zöliakie oder deutlicher Weizenempfindlichkeit
  • Bei entzündlichen Darmerkrankungen oder schweren Reizdarmbeschwerden
  • Bei aktiven Autoimmunerkrankungen, bei denen eine Rolle der Darmbarriere und Ernährung vermutet wird
  • Bei deutlichen, wiederholbaren Beschwerden nach Hülsenfrüchten, bestimmtem Getreide oder Nüssen, trotz korrekter Zubereitung

Vorübergehender Ansatz (vorzugsweise unter Begleitung)

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  • Getreide und Hülsenfrüchte (extra) einschränken oder sorgfältig auswählen
  • Schale und Samen von Nachtschattengewächsen (Tomate, Paprika) vorübergehend weglassen
  • Stark auf gut verträgliches Gemüse, tierische Proteine, Eier und Fette setzen

1. Wählen Sie hauptsächlich unverarbeitete Produkte

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Je weniger industriell verarbeitet, desto besser für Darm, Hormone und Stoffwechsel. Dies ist wichtiger als nur das Vermeiden von Lektinen.

2. Bereiten Sie Getreide und Hülsenfrüchte gut zu, wenn diese verwendet werden

Abschnitt betitelt „2. Bereiten Sie Getreide und Hülsenfrüchte gut zu, wenn diese verwendet werden“
  • Immer einweichen und gründlich abspülen wo möglich
  • Lang kochen oder druckkochen bis wirklich gar
  • Keine rohen oder halbgaren Bohnen verwenden

Innerhalb einer strikteren TKB passen Getreide und Hülsenfrüchte oft nur in kleinen Mengen oder vorübergehend gar nicht. Wenn sie verwendet werden, ist gute Zubereitung essentiell.

Achten Sie über einige Wochen auf Bauchbeschwerden, Blähungen, Stuhlgang, Energie, Haut, Gewicht und eventuell Blutzucker. Wenn Beschwerden deutlich mit bestimmten lektinreichen Produkten zusammenhängen, kann weitere Einschränkung sinnvoll sein.

  • Begrenzen Sie Zucker, Fruchtsäfte, Limonade und süße Snacks
  • Begrenzen Sie Weißbrot, weißen Reis, Pasta und andere raffinierte Kohlenhydrate
  • Verwenden Sie reichlich nicht-stärkehaltiges Gemüse
  • Sorgen Sie für ausreichend Proteine (Fisch, Fleisch, Eier, Milchprodukte nach Verträglichkeit)
  • Fügen Sie gesunde Fette hinzu (Olivenöl, Butter, vollfette Milchprodukte, Nüsse wenn diese vertragen werden)

Tägliche Bewegung, Training der Muskelmasse, guter Schlaf und Stressreduktion verstärken den Effekt von TKB und sind mindestens so wichtig wie das Einschränken von Lektinen oder nicht.

Lektine sind Pflanzenproteine, die bei manchen empfindlichen Menschen zu Darm- und Entzündungsbeschwerden beitragen können. In Laboruntersuchungen scheinen bestimmte Lektine die Fettspeicherung fördern zu können, aber beim Menschen ist nicht nachgewiesen, dass Lektine an sich die Hauptrolle bei Adipositas oder metabolischer Dysfunktion spielen.

Der wichtigste Hebel für den Stoffwechsel bleibt ein nachhaltiges gesundes Ernährungsmuster mit wenig ultraverarbeiteten, kohlenhydratreichen Produkten, kombiniert mit ausreichend Bewegung, gutem Schlaf und Stressreduktion.

Eine therapeutische Kohlenhydratrestriktion (TKB) kann dabei ein kraftvolles Hilfsmittel sein, um die Insulinbelastung zu senken und die metabolische Gesundheit zu verbessern. Das zusätzliche Einschränken von Lektinen kann bei individueller Empfindlichkeit eine nützliche Ergänzung sein, ist aber keine Standardvoraussetzung um metabolisch gesund zu werden.

Veelgestelde vragen

Was sind Lektine?

Lektine sind Pflanzenproteine, die sich an Zucker auf der Außenseite von Körperzellen binden können. Sie kommen hauptsächlich in Samen, Getreide und Hülsenfrüchten vor und sind Teil des Verteidigungssystems der Pflanze.

Sind Lektine die Ursache für Übergewicht?

Nein. Übergewicht entsteht durch eine Kombination von Faktoren: zu viel Energieaufnahme, ultraverarbeitete Nahrung, wenig Bewegung, schlechter Schlaf und Stress. Es gibt keinen Beweis, dass Lektine bei gut zubereiteter Nahrung eine Hauptrolle bei Adipositas spielen.

Wie mache ich Lektine unschädlich?

Durch traditionelle Zubereitung: Einweichen in Wasser, langes Kochen oder Druckkochen, Fermentieren und das Entfernen von Schale und Samen wo nötig. Rohe oder halbgare Hülsenfrüchte und Getreide enthalten die meisten aktiven Lektine.

Wann ist eine zusätzliche Lektinbeschränkung sinnvoll?

Bei Zöliakie oder Weizenempfindlichkeit, entzündlichen Darmerkrankungen, aktiven Autoimmunerkrankungen, oder bei deutlichen wiederholbaren Beschwerden nach Hülsenfrüchten oder Getreide trotz korrekter Zubereitung. Es ist keine Standardvoraussetzung für metabolische Gesundheit.


Medische Disclaimer: De informatie van Stichting Je Leefstijl Als Medicijn over leefstijl, ziektes en stoornissen mag niet worden opgevat als medisch advies. In geen geval adviseren wij mensen om hun bestaande behandeling te veranderen. We raden mensen met chronische aandoeningen aan om zich over hun behandeling goed door bevoegde medische professionals te laten adviseren.

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