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Endotheldysfunktion

  • Das Endothel ist die Innenschicht aller Blutgefäße und reguliert Gefäßerweiterung, Gerinnung und Entzündung
  • Bei Endotheldysfunktion werden Gefäße steifer, verengt und entzündungsanfällig
  • Die Glykokalyx und Stickstoffmonoxid (NO) spielen eine zentrale Rolle für die Gefäßgesundheit
  • Ursachen sind unter anderem Hyperglykämie, Adipositas, Rauchen, Hypertonie und Bewegungsmangel
  • Lebensstil ist ein wichtiger Ansatzpunkt für die Wiederherstellung von Endothel und Gefäßfunktion

Das Endothel ist die einzellige Schicht an der Innenseite aller Blutgefäße (Arterien, Venen, Kapillaren). Es ist ein aktives Organ das unter anderem:

  • Den Durchmesser der Blutgefäße reguliert (Erweitern und Verengen)
  • Gerinnung und Antigerinnung balanciert
  • Entzündungsreaktionen steuert
  • Den Austausch von Sauerstoff, Nährstoffen und Abfallstoffen regelt

Ein gesundes Endothel hält die Gefäße geschmeidig, reaktionsfähig und relativ entzündungsfrei.

Bei Endotheldysfunktion funktioniert diese Innenschicht nicht mehr gut. Kennzeichnend sind:

  • Die Blutgefäße können sich weniger gut erweitern
  • Es entsteht mehr Entzündung und oxidativer Stress in der Gefäßwand
  • Die Gefäßwand wird durchlässig und anfällig für LDL, Immunzellen und Kalk
  • Das Gerinnungssystem verschiebt sich zu mehr Neigung zur Gerinnselbildung

Folge: die Gefäße werden steifer, bleiben relativ verengt und verlieren ihre Anpassungsfähigkeit. Dies spielt eine zentrale Rolle bei Hypertonie, Arteriosklerose und Organschäden.

Auf dem Endothel liegt eine gelartige Schutzschicht: die Glykokalyx. Diese wirkt wie eine Art Teflonschicht auf der Blutzellen und Eiweiße entlanggleiten. Die Glykokalyx schützt die Endothelzellen vor mechanischen und chemischen Schäden und spielt eine Rolle bei der Bildung von Stickstoffmonoxid (NO).

Stickstoffmonoxid (NO) ist ein gasförmiges Signalmolekül das:

  • Glatte Muskelzellen in der Gefäßwand entspannen lässt (Gefäßerweiterung)
  • Den Blutdruck normalisieren hilft
  • Thrombozytenaggregation und Entzündung hemmt

1. Chronische Hyperglykämie und Insulinresistenz

Wiederholte und langanhaltende Glukosespitzen führen zur Bildung von AGEs (advanced glycation end products) die Proteine in Glykokalyx und Endothel beschädigen. Insulinresistenz stört den normalen, gefäßerweiternden Einfluss von Insulin, mit weniger NO und mehr Entzündung als Folge.

2. Metabolisches Syndrom und Adipositas (viszerales Fett)

Erhöhte freie Fettsäuren, niedriggradige Entzündung und hormonelle Störungen aktivieren das Endothel. Dies geht oft zusammen mit Hypertonie, Dyslipidämie und Schlafapnoe.

3. Dyslipidämie, vor allem ein atherogenes Lipidprofil

Eine Kombination aus hohen Triglyceriden, niedrigem HDL und vielen kleinen, dichten LDL-Partikeln fördert Oxidation und Aufnahme dieser Partikel in die Gefäßwand.

4. Fruktose-Überschuss, vor allem in flüssiger Form

Übermäßiger Konsum von Softdrinks, Fruchtsäften und anderen gesüßten Getränken erhöht unter anderem die Harnsäure und fördert oxidativen Stress in Endothelzellen.

5. Ultraverarbeitete Lebensmittel und instabile Fette

Die Kombination aus raffinierten Kohlenhydraten, industriell verarbeiteten Ölen, Zusatzstoffen und viel Salz fördert Adipositas, Hyperglykämie und Entzündung.

6. Gestörte Darmbarriere und Endotoxine

Ein erhöhter Übertritt von bakteriellen Bestandteilen (wie LPS) in den Blutkreislauf kann systemische niedriggradige Entzündung verursachen.

7. Rauchen

Rauchen führt zu einer starken Zunahme von oxidativem Stress, direkter Endothelschädigung und erhöhter Gerinnungsneigung.

8. Hypertonie

Hoher Blutdruck erzeugt mechanischen Stress auf die Gefäßwand der Endothel und Glykokalyx schädigt. Dadurch entsteht ein Teufelskreis.

9. Chronische Nierenerkrankung

Urämische Toxine, Störungen im Kalzium-Phosphat-Haushalt und chronische Entzündung schädigen die Gefäßwand.

10. Chronisch entzündliche und Autoimmunerkrankungen

Rheumatoide Arthritis, SLE, Psoriasis und andere systemisch entzündliche Erkrankungen beschleunigen Endotheldysfunktion und Arteriosklerose.

11. Bewegungsmangel und niedrige VO2max

Wenig körperliche Belastung bedeutet weniger günstigen Scherstress des Blutstroms auf das Endothel, weniger eNOS-Aktivierung und schlechtere mitochondriale Funktion.

12. Schlafmangel und Schlafapnoe

Intermittierende Hypoxie, sympathische Aktivierung und erhöhtes Cortisol schädigen das Endothel und erhöhen den Blutdruck.

13. Chronischer psychosozialer Stress

Langfristig erhöhtes Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin fördern Vasokonstriktion, höheren Blutdruck und oxidativen Stress.

14. Luftverschmutzung

Feinstaub und Stickoxide aus Verkehr und Industrie werden mit Endotheldysfunktion und kardiovaskulären Ereignissen in Verbindung gebracht.

Endotheldysfunktion steht früh in der Kette verschiedener Krankheitsbilder:

  • Hypertonie und erhöhte arterielle Steifigkeit
  • Arteriosklerose (Koronare Herzkrankheit, TIA oder Schlaganfall, periphere arterielle Verschlusskrankheit)
  • Herzinsuffizienz, insbesondere HFpEF
  • Mikrovaskuläre Angina (ischämische Beschwerden bei scheinbar normalen Koronararterien)
  • Chronische Nierenschäden
  • Erektile Dysfunktion (oft ein früher Marker für systemische Endothelprobleme)
  • Diabetische Mikroangiopathie (Retinopathie, Nephropathie, Neuropathie)

In der Routineversorgung wird Endothel- oder Glykokalyxfunktion selten direkt gemessen. Indirekte Einschätzung kann erfolgen über:

MethodeBeispiele
Klinische RisikofaktorenRauchen, Diabetes, Hypertonie, Dyslipidämie, Adipositas, sitzender Lebensstil
LaboruntersuchungNüchternglukose, HbA1c, Triglyceride/HDL-Verhältnis, Nierenfunktion, hs-CRP
SpezialmessungenFlow mediated dilation, Pulswellengeschwindigkeit

Das Ziel ist die Behandlung der zugrundeliegenden Risikofaktoren und die Entlastung der Gefäßwand.

1. Blutdrucksenkende Medikation

ACE-Hemmer und ARBs haben sowohl blutdrucksenkende als auch endothelschützende Wirkungen.

2. Lipidsenkende Therapie

Statine, eventuell ergänzt durch Ezetimib oder PCSK9-Hemmer, senken LDL-Cholesterin und haben pleiotrope Effekte auf Entzündung und Endothel.

3. Glukosesenkende Medikation

Metformin, SGLT2-Hemmer und GLP-1-Agonisten verbessern Glykämie und Gewicht und haben günstige Effekte auf Blutdruck und kardiovaskuläre Outcomes.

4. Antithrombotische Therapie

Bei manifester Arteriosklerose oder hohem kardiovaskulärem Risiko werden Thrombozytenaggregationshemmer gemäß Leitlinien eingesetzt.

Lebensstil ist ein wichtiger Ansatzpunkt für die Wiederherstellung von Endothel und Gefäßfunktion.

Ziele sind: Stabilisierung der Glukose, Verminderung niedriggradiger Entzündung und Unterstützung von Glykokalyx und Endothel.

  • Kohlenhydratbeschränkung oder Low-Carb, eventuell ketogen, vorzugsweise unter fachkundiger Begleitung
  • Begrenzung von schnellen Zuckern und Fruktose, vor allem in flüssiger Form
  • Weniger ultraverarbeitete Lebensmittel - wählen Sie unverarbeitete Produkte
  • Vorsicht mit instabilen Fetten - vermeiden Sie wiederholtes Erhitzen und Frittieren
  • Ausreichend Eiweiß unterstützt Erholung und Muskelmasse
  • Gemüse mit Nitraten (Rote Bete, Rucola, Sellerie) kann zur NO-Produktion beitragen
  • Alkohol begrenzen, besonders bei Hypertonie oder Leberverfettung
  • 150 bis 300 Minuten mäßig intensive Aktivität pro Woche
  • 2 bis 3 mal pro Woche Krafttraining
  • Intervalltraining (HIIT) kann VO2max erhöhen und eNOS-Aktivierung stimulieren
  • Viel tägliche Bewegung sorgt für günstigen Scherstress
  • 7 bis 9 Stunden qualitativer Schlaf pro Nacht
  • Bei Verdacht auf obstruktive Schlafapnoe screenen
  • Feste Schlaf- und Aufstehzeiten, dunkles und kühles Schlafzimmer
  • Atemübungen, Meditation, Entspannungstechniken
  • Bewegung, Natur und soziale Unterstützung
  • Aktivierung des Nervus vagus trägt zu niedrigerem Blutdruck und weniger Entzündung bei

Raucherentwöhnung ist eine der wirksamsten Maßnahmen um Endothel und Gefäßfunktion zu verbessern.

Lassen Sie Blutdruck, Gewicht, Taillenumfang, Nüchternglukose, HbA1c, Lipidprofil und Nierenfunktion bestimmen.

Schritt 2 - Ernährung resetten (mindestens drei Monate)

Abschnitt betitelt „Schritt 2 - Ernährung resetten (mindestens drei Monate)“

Streichen Sie flüssige Zucker und stark verarbeitete Snacks. Gehen Sie zu einem kohlenhydratbeschränkten Muster mit unverarbeiteten Produkten über.

Mindestens 30 Minuten Gehen pro Tag. Fügen Sie 2-3 mal pro Woche Krafttraining hinzu und 1-2 mal pro Woche Intervalltraining.

Optimieren Sie die Schlafhygiene und planen Sie täglich eine kurze Entspannungsroutine.

Raucherentwöhnung. Begrenzen oder stoppen Sie Alkoholkonsum.

Evaluieren Sie nach 3 bis 6 Monaten Blutdruck, Gewicht, metabolische Parameter und Beschwerden.

Veelgestelde vragen

Was ist das Endothel?

Das Endothel ist die einzellige Schicht an der Innenseite aller Blutgefäße. Es reguliert den Durchmesser der Blutgefäße, balanciert Gerinnung, steuert Entzündungsreaktionen und regelt den Austausch von Sauerstoff und Nährstoffen. Ein gesundes Endothel hält die Gefäße geschmeidig und entzündungsfrei.

Was ist Endotheldysfunktion?

Bei Endotheldysfunktion funktioniert die Gefäßinnenschicht nicht mehr gut. Die Blutgefäße können sich weniger gut erweitern, es entsteht mehr Entzündung und oxidativer Stress, und das Gerinnungssystem verschiebt sich zu mehr Gerinnselbildung. Dies spielt eine zentrale Rolle bei Hypertonie und Arteriosklerose.

Was ist die Glykokalyx?

Die Glykokalyx ist eine gelartige Schutzschicht auf dem Endothel die wie eine Teflonschicht wirkt, auf der Blutzellen entlanggleiten. Bei Endotheldysfunktion wird diese Schicht beschädigt oder verdünnt, was zu weniger Stickstoffmonoxid (NO), mehr oxidativem Stress und mehr Gefäßsteifigkeit führt.

Wie kann ich Endotheldysfunktion verbessern?

Durch Kohlenhydratbeschränkung, Raucherentwöhnung, 150-300 Minuten Bewegung pro Woche mit Krafttraining, 7-9 Stunden Schlaf, Stressreduktion und Alkoholbegrenzung. Medikamente wie ACE-Hemmer, Statine und Metformin können ergänzend helfen.


Medische Disclaimer: De informatie van Stichting Je Leefstijl Als Medicijn over leefstijl, ziektes en stoornissen mag niet worden opgevat als medisch advies. In geen geval adviseren wij mensen om hun bestaande behandeling te veranderen. We raden mensen met chronische aandoeningen aan om zich over hun behandeling goed door bevoegde medische professionals te laten adviseren.

Medical Disclaimer: The information provided by Stichting Je Leefstijl Als Medicijn regarding lifestyle, diseases, and disorders should not be construed as medical advice. Under no circumstances do we advise people to alter their existing treatment. We recommend that people with chronic conditions seek advice regarding their treatment from qualified medical professionals.