Motivieren
Quelle: Handreiking Online Gedrag | Koalition Lebensstil im Gesundheitswesen
Die Strategie Motivieren richtet sich auf das Wollen: Patienten mussen motiviert sein, sich zu andern und die Vorteile der Verhaltensanderung sehen. Dieses Kapitel behandelt drei Techniken.
1. Selbstuberzeugung
Abschnitt betitelt „1. Selbstuberzeugung“Bei der Selbstuberzeugung werden Patienten angeregt, sich selbst von den Vorteilen der Verhaltensanderung zu uberzeugen. Dies ist effektiver, als wenn jemand anderes versucht, sie zu uberzeugen.
Warum funktioniert das?
Abschnitt betitelt „Warum funktioniert das?“- Menschen haben die Tendenz, konsistent mit ihren eigenen Aussagen zu sein
- Selbst erdachte Argumente fuhlen sich relevanter und personlicher an
- Es reduziert den Widerstand gegen externe Uberzeugung
Schrittplan
Abschnitt betitelt „Schrittplan“-
Geben Sie dem Patienten eine These zum Nachdenken, zum Beispiel:
- “Nennen Sie Grunde, warum Bewegung gut fur Sie ware”
- “Was wurde es fur Sie bedeuten, mit dem Rauchen aufzuhoren?”
-
Lassen Sie den Patienten 1-3 Grunde finden - nicht zu viele, das wirkt kontraproduktiv
-
Fragen Sie nach personlichen Vorteilen - was wurde es speziell fur diese Person bringen?
Methodische Anforderungen
Abschnitt betitelt „Methodische Anforderungen“- Fragen Sie nach selbst erdachten Argumenten, geben Sie sie nicht selbst
- Begrenzen Sie die Anzahl der geforderten Grunde (1-3 ist optimal)
- Sorgen Sie fur eine neutrale Fragestellung
2. Vorstellen der Zukunft
Abschnitt betitelt „2. Vorstellen der Zukunft“Mit dieser Technik lassen Sie den Patienten uber ein zukunftiges wunschenswertes oder unerwunschtes Ergebnis seines Verhaltens nachdenken.
Zwei Ansatze
Abschnitt betitelt „Zwei Ansatze“| Ansatz | Fokus | Beispiel |
|---|---|---|
| Positiv | Wunschenswerte Zukunft | ”Stellen Sie sich vor, Sie sind in 5 Jahren gesund…” |
| Negativ | Unerwunschte Zukunft | ”Stellen Sie sich vor, Sie rauchen in 5 Jahren immer noch…” |
Schrittplan
Abschnitt betitelt „Schrittplan“-
Lassen Sie den Patienten nachdenken uber ein zukunftiges Ergebnis (5 Jahre, 10 Jahre)
-
Lassen Sie den Patienten sich einfuhlen in die Situation und das Gefuhl:
- Wie wurden Sie sich fuhlen?
- Was konnten Sie tun, was jetzt nicht gelingt?
- Wie wurden Sie aussehen?
-
Verbinden Sie mit aktuellen Entscheidungen - was konnen Sie jetzt tun, um diese Zukunft zu erreichen/vermeiden?
- Verwenden Sie konkrete, lebhafte Beschreibungen
- Lassen Sie den Patienten selbst visualisieren, beschreiben Sie nicht zu viel
- Verbinden Sie zuruck mit erreichbaren ersten Schritten
3. Belohnungen
Abschnitt betitelt „3. Belohnungen“Bei dieser Technik wird eine Belohnung in Aussicht gestellt, wenn der Patient das gewunschte Verhalten ausfuhrt.
Arten von Belohnungen
Abschnitt betitelt „Arten von Belohnungen“| Typ | Beschreibung | Beispiel |
|---|---|---|
| Materiell | Greifbare Belohnung | Geschenk, Geld, Punkte |
| Sozial | Anerkennung anderer | Kompliment, Likes, Teilen |
| Selbstbelohnung | Eigene Behandlung | Etwas Leckeres, Freizeit |
| Intrinsisch | Gutes Gefuhl | Stolz, Zufriedenheit |
Schrittplan
Abschnitt betitelt „Schrittplan“-
Legen Sie das Ziel fest - dies kann ein Ergebnis- oder Prozessziel sein
-
Lassen Sie den Patienten eine motivierende Belohnung bedenken, die:
- Personlich relevant ist
- Erreichbar ist zu geben
- Nicht das ungesunde Verhalten belohnt (z.B. kein Kuchen nach dem Sport)
-
Schlagen Sie Beispiele vor fur Arten von Belohnungen:
- Selbstbelohnung: “Gonnen Sie sich einen Film”
- Soziale Belohnung: “Teilen Sie Ihren Erfolg mit Freunden”
- Sparsystem: “Nach 10 Workouts eine Massage”
Methodische Anforderungen
Abschnitt betitelt „Methodische Anforderungen“- Belohnung muss direkt auf das Verhalten folgen (nicht zu lange warten)
- Belohnung muss proportional zur Anstrengung sein
- Vermeiden Sie Belohnungen, die ungesundes Verhalten stimulieren
- Wechseln Sie zwischen kleinen haufigen und groseren gelegentlichen Belohnungen
Beispiele
Abschnitt betitelt „Beispiele“- Ommetje App | Hersenstichting - Gamification mit Belohnungen
- Schrittezahler-Apps mit Erfolgen
- Sparkarten bei Fitnessstudios
Wissenschaftliche Fundierung
Abschnitt betitelt „Wissenschaftliche Fundierung“- Muller, B.C., et al. (2016). To change or not to change, that is the question. Self-persuasion increases intentions to change health behavior. Applied Psychology: Health and Well-Being.
- Oettingen, G., & Mayer, D. (2002). The motivating function of thinking about the future. Journal of Personality and Social Psychology, 83(5), 1198.
- Deci, E.L., & Ryan, R.M. (2000). The “what” and “why” of goal pursuits: Human needs and the self-determination of behavior. Psychological Inquiry, 11(4), 227-268.
Dieser Artikel stammt aus: Handreiking Online Gedrag (PDF)
Veroffentlicht von der Koalition Lebensstil im Gesundheitswesen, Februar 2025
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